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<title>Transitabkommen</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Transitabkommen</span></h1>
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<p>Als <b>Transitabkommen</b> wird das <i>Abkommen zwischen der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik und der Regierung der Bundesrepublik Deutschland über den Transitverkehr von zivilen Personen und Gütern zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West)</i> bezeichnet. Es wurde zwischen den Staatssekretären <a href="Egon_Bahr" title="Egon Bahr">Egon Bahr</a> (<a href="Bundesrepublik_Deutschland" class="mw-redirect" title="Bundesrepublik Deutschland">Bundesrepublik</a>) und <a href="Michael_Kohl" title="Michael Kohl">Michael Kohl</a> (<a href="Deutsche_Demokratische_Republik" title="Deutsche Demokratische Republik">DDR</a>) ausgehandelt und am 17. Dezember 1971 in <a href="Bonn" title="Bonn">Bonn</a> unterzeichnet. Am 3. Juni 1972 trat es in Kraft.
</p><p>Im Rahmen der neuen <a href="Ostpolitik_der_Bundesrepublik_Deutschland_bis_1990" title="Ostpolitik der Bundesrepublik Deutschland bis 1990">Ostpolitik</a> der <a href="Kabinett_Brandt_I" title="Kabinett Brandt I">Regierung Brandt/Scheel</a>, die durch einen „<a href="Wandel_durch_Ann%C3%A4herung" title="Wandel durch Annäherung">Wandel durch Annäherung</a>“ eine deutliche Verbesserung der <a href="Innerdeutsche_Beziehungen" title="Innerdeutsche Beziehungen">innerdeutschen Beziehungen</a> erreichen wollte, war Gegenstand des Abkommens gem. Art. 1 „der Transitverkehr von zivilen Personen und Gütern auf Straßen, Schienen- und Wasserwegen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Westsektoren Berlins – Berlin (West) durch das Hoheitsgebiet der Deutschen Demokratischen Republik.“
</p><p>Das Transitabkommen wurde noch vor dem <a href="Grundlagenvertrag" title="Grundlagenvertrag">Grundlagenvertrag</a> geschlossen.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Grundlagen">Grundlagen</h2></div>
<p>Grundlage für dieses Abkommen war das zwischen den <a href="Alliierte" title="Alliierte">Alliierten</a> geschlossene <a href="Vierm%C3%A4chteabkommen" class="mw-redirect" title="Viermächteabkommen">Viermächteabkommen</a> vom 3.&nbsp;September 1971, welches ebenfalls am 3.&nbsp;Juni 1972 in Kraft trat.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Sowjetunion garantierte darin erstmals seit 1945 den ungehinderten Transitverkehr zwischen der Bundesrepublik und West-Berlin.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Wenn auch die West-Sektoren „so wie bisher kein Bestandteil (konstitutiver Teil) der Bundesrepublik Deutschland sein und auch weiterhin nicht von ihr regiert werden“ sollten, so sollten doch „die Bindungen zwischen den Westsektoren Berlins und der Bundesrepublik Deutschland aufrechterhalten und entwickelt werden.“ Die den zivilen Verkehr betreffenden konkreten Regelungen sollten die beiden deutschen Staaten im Rahmen der in Anlage I zum Viermächteabkommen niedergelegten Grundsätze selbst regeln.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Regelung des <a href="Interzonenverkehr" title="Interzonenverkehr">Interzonenverkehrs</a> wurde seit 1945 von den Vier Mächten in Anspruch genommen. Der deutschen Seite kam im Rahmen des Transitregimes auf den Zugangswegen zwischen der Bundesrepublik und West-Berlin nur eine untergeordnete Rolle zu. Ihr war es verwehrt, über die Gegenstände der Transitregelung frei zu disponieren. Sie hatte vielmehr lediglich die Befugnis, nach Maßgabe einer von den Vier Mächten fest umrissenen, <a href="Besatzungsrecht" title="Besatzungsrecht">besatzungsrechtlichen</a> Ermächtigung das Viermächte-Abkommen insoweit durch eigene Regelungen auszufüllen. Das innerdeutsche Transitabkommen wurde daher auch als „Ausführungs- und Ergänzungsabkommen zum Viermächte-Abkommen“ bezeichnet.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Zuvor hatten die Bundesrepublik Deutschland und die UdSSR im <a href="Moskauer_Vertrag" title="Moskauer Vertrag">Moskauer Vertrag</a> vom 12. August 1970 die <a href="Innerdeutsche_Grenze" title="Innerdeutsche Grenze">innerdeutsche Grenze</a> als unverletzlich anerkannt.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Inhalt">Inhalt</h2></div>
<p>Die einzelnen Bestimmungen mussten dem Charakter eines Ausführungs- und Ergänzungsabkommens entsprechend mit der Anlage I zum Viermächteabkommen vereinbar sein, was schon in der Präambel zum Ausdruck kommt, die ausdrücklich auf eine Übereinstimmung mit dem Viermächteabkommen verweist. Die Botschafter
der drei Westmächte haben nach der Paraphierung diese Konformität gegenüber der deutschen Bundesregierung schriftlich bestätigt.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Gegenstand">Gegenstand</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Transitverkehr_durch_die_DDR" title="Transitverkehr durch die DDR">Transitverkehr durch die DDR</a></i></div>
<p>Gegenstand des Abkommens war der Transitverkehr von zivilen Personen und Gütern auf Straßen, Schienen- und Wasserwegen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Westsektoren Berlins durch das Hoheitsgebiet der Deutschen Demokratischen Republik (Art. 1). Er sollte über die vorgesehenen Grenzübergangsstellen und Transitstrecken „in der einfachsten, schnellsten und günstigsten Weise erfolgen“ (Art. 2, 3).
</p>

<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Güterverkehr"><span id="G.C3.BCterverkehr"></span>Güterverkehr</h4></div>
<p>Für die Beförderung von zivilen Gütern im Transitverkehr konnten amtlich verschlossene Straßengüterfahrzeuge, Eisenbahngüterwagen und Binnenfrachtschiffe benutzt werden (Art. 6).
</p><p>Die in Art. 6 und 7 enthaltenen Vorschriften über die Verplombung von Fahrzeugen im Güterverkehr gaben bis in die technischen Details hinein nur das wieder, was in der Anlage I zum Viermächte-Abkommen in Ziffer 2 a und b vorgesehen war.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Personenverkehr">Personenverkehr</h4></div>

<p>Für Transitreisende <a href="Transitverkehr_durch_die_DDR#Straßenverkehr" title="Transitverkehr durch die DDR">in Kraftfahrzeugen sowie durchgehenden Autobussen</a> und <a href="Transitverkehr_durch_die_DDR#Eisenbahnverkehr" title="Transitverkehr durch die DDR">in den Reisezügen</a> ohne Verkehrshalt auf dem Gebiet der DDR wurden Visa an den Grenzübergangsstellen erteilt (Art. 4). Reisende, ihre Transportmittel sowie Fahrpersonal von Gütertransportmitteln sollten nicht durchsucht werden.
</p><p>Mit dem Abkommen wurde unter anderem vereinbart, dass die Ausstellung von <a href="Visum" title="Visum">Visa</a> an den <a href="Grenz%C3%BCbergang" title="Grenzübergang">Grenzkontrollstellen</a> der DDR direkt am <a href="Fahrzeug" title="Fahrzeug">Fahrzeug</a> der <a href="Reise" title="Reise">Reisenden</a> zu erfolgen habe und dass eine Kontrolle der <a href="Gep%C3%A4ck" title="Gepäck">Gepäckstücke</a> unterbleibe. In die Pässe wurde dabei ein zweifarbiger Visavermerk gestempelt. Die Farben wechselten jedes Jahr. Für Einwohner West-Berlins wurde ein extra Blatt in den (grünen) „<a href="Personalausweis_(Deutschland)#Chronologie" title="Personalausweis (Deutschland)">behelfsmäßigen</a>“ Berliner Personalausweis eingelegt. Der von der Bundesrepublik ausgestellte Reisepass für Einwohner West-Berlins wurde von den Behörden der DDR nicht anerkannt. Bei Nutzung von durchgehenden Zugverbindungen wurden Visa von den Kontrollorganen der DDR während der Fahrt erteilt. Der Visavermerk bei dem Transit mit der Bahn war einfarbig schwarz.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Missbrauch_der_Transitwege">Missbrauch der Transitwege</h3></div>
<p>Aus Sicht der DDR bestand eine erhöhte Gefahr, dass die Transitstrecken für <a href="Flucht_aus_der_Sowjetischen_Besatzungszone_und_der_DDR" title="Flucht aus der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR">Fluchtversuche</a> oder unkontrollierte und somit unerwünschte Kontakte zwischen West-Berlinern bzw. Bundesbürgern und Bürgern der DDR genutzt werden könnten. Daher wurde in Art. 16 und 17 explizit festgehalten, was als Missbrauch des Transitabkommens gewertet und strafrechtlich verfolgt werden könnte:
</p>
<dl><dd><i>1. Ein Mißbrauch im Sinne dieses Abkommens liegt vor, wenn ein Transitreisender nach Inkrafttreten dieses Abkommens während der jeweiligen Benutzung der Transitwege rechtswidrig und schuldhaft gegen die allgemein üblichen Vorschriften der Deutschen Demokratischen Republik bezüglich der öffentlichen Ordnung verstößt, indem er</i></dd>
<dd><i>a) Materialien verbreitet oder aufnimmt;</i></dd>
<dd><i>b) Personen aufnimmt;</i></dd>
<dd><i>c) die vorgesehenen Transitwege verläßt, ohne durch besondere Umstände, wie Unfall oder Krankheit, oder durch Erlaubnis der zuständigen Organe der Deutschen Demokratischen Republik dazu veranlaßt zu sein;</i></dd>
<dd><i>d) andere Straftaten begeht oder</i></dd>
<dd><i>e) durch Verletzung von Straßenverkehrsvorschriften Ordnungswidrigkeiten begeht.</i></dd></dl>
<dl><dd><i>Im Falle hinreichenden Verdachts eines Mißbrauchs werden die zuständigen Organe der Deutschen Demokratischen Republik die Durchsuchung von Reisenden, der von ihnen benutzten Transportmittel sowie ihres persönlichen Gepäcks nach den allgemein üblichen Vorschriften der Deutschen Demokratischen Republik bezüglich der öffentlichen Ordnung durchführen oder die Reisenden zurückweisen.</i></dd></dl>
<p>Das Abkommen sah ferner vor, dass ein Vergehen auch durch die Behörden der Bundesrepublik strafrechtlich verfolgt werden sollte, sofern der Verstoß zu einem Zeitpunkt entdeckt wurde, zu dem sich der Verursacher bereits außerhalb der DDR befand.
</p><p>Nach der Rechtsprechung des <a href="Bundesgerichtshof" title="Bundesgerichtshof">Bundesgerichtshofs</a> verstieß ein entgeltlicher <a href="Fluchthilfe#Fluchthilfe_an_der_innerdeutschen_Grenze" title="Fluchthilfe">Fluchthelfervertrag</a> weder gegen ein gesetzliches Verbot (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__134.html">§&nbsp;134</a></span> BGB) noch gegen die guten Sitten (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__138.html">§&nbsp;138</a></span> BGB).<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Einwände der DDR, diese Rechtsprechung verstoße „gegen Geist und Buchstaben“ des Transitabkommens und die Verpflichtung der Bundesregierung zur Verhinderung von Missbrauch wies die Bundesregierung mit der Begründung zurück, die bundesdeutschen Gerichte seien unabhängig und der Einwirkung der Bundesregierung entzogen.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Abgaben,_Gebühren_und_andere_Kosten"><span id="Abgaben.2C_Geb.C3.BChren_und_andere_Kosten"></span>Abgaben, Gebühren und andere Kosten</h3></div>
<p>Mit Art. 18 wurde zudem geregelt, dass die für die Benutzung der <a href="Transitverkehr_durch_die_DDR" title="Transitverkehr durch die DDR">Transitwege</a> anfallenden Kosten fortan nicht mehr direkt vom Reisenden zu bezahlen waren, sondern nunmehr in einer jährlichen Pauschalsumme durch die Bundesrepublik beglichen wurden. Dieser Passus stellte für die Reisenden eine immense Erleichterung dar. Hierzu heißt es im Vertragstext:
</p>
<dl><dd><i>1. Abgaben, Gebühren und andere Kosten, die den Verkehr auf den Transitwegen betreffen, einschließlich der Instandhaltung der entsprechenden Wege, Einrichtungen und Anlagen, die für diesen Verkehr genutzt werden, werden von der Bundesrepublik Deutschland an die Deutsche Demokratische Republik in Form einer jährlichen Pauschalsumme gezahlt.</i></dd></dl>
<dl><dd><i>2. Die von der Bundesrepublik Deutschland zu zahlende Pauschalsumme umfaßt:</i>
<dl><dd><i>a) die Straßenbenutzungsgebühren;</i></dd>
<dd><i>b) die Steuerausgleichsabgabe;</i></dd>
<dd><i>c) die Visagebühren;</i></dd>
<dd><i>d) den Ausgleich der finanziellen Nachteile der Deutschen Demokratischen Republik durch den Wegfall der Lizenzen im Linienverkehr mit Autobussen und der Erlaubniserteilung im Binnenschiffsverkehr sowie entsprechender weiterer finanzieller Nachteile.</i></dd></dl></dd></dl>
<dl><dd><i>Die Pauschalsumme wird für die Jahre 1972 bis 1975 auf 234,9 Millionen DM pro Jahr festgelegt.</i></dd></dl>
<dl><dd><i>3. Die Bundesrepublik Deutschland überweist die Pauschalsumme jährlich bis zum 31. März, erstmalig bis zum 31. März 1972, auf ein Konto bei einer von der Deutschen Demokratischen Republik zu bestimmenden Bank in der Bundesrepublik Deutschland zugunsten der <a href="Deutsche_Au%C3%9Fenhandelsbank" title="Deutsche Außenhandelsbank">Deutschen Außenhandelsbank AG</a> in Berlin.</i></dd></dl>
<dl><dd><i>4. Die Höhe der ab 1976 zu zahlenden Pauschalsumme und die Bestimmung des Zeitraumes, für den diese Pauschalsumme gültig sein soll, werden im zweiten Halbjahr 1975 unter Berücksichtigung der Entwicklung des Transitverkehrs festgelegt.</i></dd></dl>
<p>Die Bedeutung des Artikels 18 geht auch aus einem Schriftwechsel, den beide <a href="Vertragspartner" class="mw-redirect" title="Vertragspartner">Vertragspartner</a> während der Vertragsverhandlungen führten, hervor. Dabei wurde vereinbart, dass dieser Artikel vorab bereits zum <a href="1._Januar" title="1. Januar">1. Januar</a> <a href="1972" title="1972">1972</a> in Kraft trat. Die jährlichen Pauschalsummen wurden, wie vereinbart, regelmäßig dem <a href="Verkehrsaufkommen" class="mw-redirect" title="Verkehrsaufkommen">Verkehrsaufkommen</a> auf den Transitstrecken angepasst und beliefen sich 1988 auf 525 Millionen DM und letztlich im Jahre 1989 auf 860 Millionen DM.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Transitkommission">Transitkommission</h3></div>
<p>Das Abkommen sah in Art. 19 die Bildung einer „Kommission zur Klärung von Schwierigkeiten und Meinungsverschiedenheiten bei der Anwendung oder Auslegung dieses Abkommens“ vor. Sie wurde von Vertretern beider Verkehrsministerien geleitet und trat auf Ersuchen eines Vertragspartners zusammen. Die gemeinsame Transitkommission hat bis 1990 etwa 50 mal getagt. Häufigster Grund war der Protest der DDR gegen die Nutzung von Transitstrecken durch Fluchthelfer.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Auswirkungen">Auswirkungen</h2></div>
<p>In den Folgejahren wurde der Transitverkehr durch die DDR zunehmend verbessert.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> So wurden Vereinbarungen hinsichtlich einer Erneuerung der Autobahn-Transitstrecke Berlin–<a href="Hannover" title="Hannover">Hannover</a> (heutige <a href="Bundesautobahn_2" title="Bundesautobahn 2">BAB&nbsp;2</a>), der Einrichtung einer Autobahnverbindung zwischen Berlin und <a href="Hamburg" title="Hamburg">Hamburg</a> (heutige <a href="Bundesautobahn_24" title="Bundesautobahn 24">BAB&nbsp;24</a>, der Verkehr führte bis Mitte der 1980er Jahre über die <a href="Bundesstra%C3%9Fe_5" title="Bundesstraße 5">Fernstraße&nbsp;5</a>), die Einrichtung des Grenzübergangs <a href="Berlin-Staaken" title="Berlin-Staaken">Staaken</a>/Eisenbahn sowie weiterer Verbesserungen getroffen. Die von der Bundesrepublik hierfür übernommenen Kosten beliefen sich bis 1990 auf insgesamt 2,2 Milliarden&nbsp;DM, wobei der Bau der Autobahnstrecke Berlin–Hamburg mit 1,2 Milliarden&nbsp;DM den größten Anteil ausmachte.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Personen_mit_ständigem_Wohnsitz_in_den_Westsektoren_Berlins"><span id="Personen_mit_st.C3.A4ndigem_Wohnsitz_in_den_Westsektoren_Berlins"></span>Personen mit ständigem Wohnsitz in den Westsektoren Berlins</h2></div>
<p>Mit Vereinbarung vom 20. Dezember 1971 wurde der Reise- und Besucherverkehr von Personen mit ständigem Wohnsitz in den Westsektoren Berlins für Reisen nach <a href="Ost-Berlin" title="Ost-Berlin">Berlin (Ost)</a> und das Hoheitsgebiet der DDR geregelt.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Es trat ebenfalls zusammen mit dem Viermächteabkommen in Kraft. Personen mit ständigem Wohnsitz in Berlin (West) konnte einmal oder mehrmals die Einreise zu Besuchen von insgesamt dreißig Tagen Dauer im Jahr aus humanitären, familiären, religiösen, kulturellen und touristischen Gründen genehmigt werden. Erforderlich waren ein gültiger Personalausweis und die Einreisegenehmigung, für die Ausreise dann die Ausreisegenehmigung der DDR.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Michael Kohl, Egon Bahr et al.: <i>Konvolut Transitabkommen/Beziehungen DDR/BRD". 12 Titel.</i> <a href="Staatsverlag_der_Deutschen_Demokratischen_Republik" title="Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik">Staatsverlag der DDR</a> (ohne Jahr).</li>
<li><a href="Presse-_und_Informationsamt_der_Bundesregierung" title="Presse- und Informationsamt der Bundesregierung">Presse- und Informationsamt der Bundesregierung</a>: <i>Die Berlin-Regelung. Das Viermächte-Abkommen über Berlin und die ergänzenden Vereinbarungen.</i> Bonn, 1971.</li>
<li>Lutz Gusseck: <i>Die internationale Praxis der Transitgewährung und der Berlin-Verkehr.</i> Frankfurt am Main, Athenäum, 1973. ISBN 9783761026175. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.zaoerv.de/35_1975/35_1975_4_s_834_859.pdf"><i>Rezension</i></a> von <a href="Kay_Hailbronner" title="Kay Hailbronner">Kay Hailbronner</a> in <a href="Zeitschrift_f%C3%BCr_ausl%C3%A4ndisches_%C3%B6ffentliches_Recht_und_V%C3%B6lkerrecht" title="Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht">ZaöRV</a> 1975, S. 846 f.</li>
<li><a href="Hartmut_Schiedermair" title="Hartmut Schiedermair">Hartmut Schiedermair</a>: <i>Das Verbot des Rechtsmissbrauchs und die Regelung des Transitverkehrs nach Berlin.</i> ZaöRV 1978, S. 160–181. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.zaoerv.de/38_1978/38_1978_1_2_a_160_181.pdf">Volltext online.</a></li>
<li>Friedrich Christian Delius, Peter Joachim Lapp: <i>Transit Westberlin. Erlebnisse im Zwischenraum.</i> Ch. Links-Verlag, 2000. ISBN 978-3-86153-198-2.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_de&amp;dokument=0248_tan&amp;object=translation&amp;st=&amp;l=de"><i>Abkommen zwischen der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik und der Regierung der Bundesrepublik Deutschland über den Transitverkehr von zivilen Personen und Gütern zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West)</i></a> vom 17. Dezember 1971. 1000dokumente.de.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.cvce.eu/content/publication/2003/4/11/b65abf59-bf61-4d5e-a63f-495a9af2fd91/publishable_de.pdf"><i>Ansprache des Bundeskanzlers (3. September 1971)</i></a> Ansprache von Bundeskanzler Willy Brandt am 3. September 1971 anlässlich der Unterzeichnung des Viermächte-Abkommens. <a href="Centre_Virtuel_de_la_Connaissance_sur_l%E2%80%99Europe" title="Centre Virtuel de la Connaissance sur l’Europe">cvce.de</a>.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.kas.de/c/document_library/get_file?uuid=4b535737-a438-ed4d-7832-925270d54ee4&amp;groupId=252038"><i>Die Bundesregierung hat sich selbst und die Bevölkerung getäuscht: Bruch des Vier-Mächte-Abkommens durch die DDR. Chronologie einer Krisen-Strategie des Ostens</i></a> Union in Deutschland (UiD), Dokumentation 33/34 1974.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bundesarchiv.de/themen-entdecken/online-entdecken/themenbeitraege/transitabkommen/"><i>Transitabkommen: Die Stasi sorgte für lückenlose Beobachtung von Einreise bis Ausreise aus der DDR</i></a> Stasi-Unterlagenarchiv im <a href="Bundesarchiv_(Deutschland)" title="Bundesarchiv (Deutschland)">Bundesarchiv</a>.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.geschichte-doku.de/deutsch-deutscher-alltag/themen/?a=transit"><i>Vier Autobahnen nach Berlin. Transitstrecken und ihre Bedeutung</i></a> PentAlpha Verlag für Kunst und Medien.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<div class="mw-references-wrap mw-references-columns"><ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.verfassungen.de/de45-49/viermaechte71.htm"><i>Viermächte-Abkommen</i></a> vom 3. September 1971. verfassungen.de, abgerufen am 18. August 2021.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Andreas Grau: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.hdg.de/lemo/kapitel/geteiltes-deutschland-modernisierung/neue-ostpolitik/vier-maechte-abkommen.html"><i>Vier-Mächte-Abkommen</i></a> <a href="Lebendiges_Museum_Online" title="Lebendiges Museum Online">Lebendiges Museum Online</a>, 19. September 2014.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">II.A. des Viermächteabkommens</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Hartmut_Schiedermair" title="Hartmut Schiedermair">Hartmut Schiedermair</a>: <i>Das Verbot des Rechtsmissbrauchs und die Regelung des Transitverkehrs nach Berlin.</i> ZaöRV 1978, S. 160, 169 ff. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.zaoerv.de/38_1978/38_1978_1_2_a_160_181.pdf">Volltext online.</a></span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/transitabkommen122.html"><i>Transit durch die DDR</i></a> <a href="Mitteldeutscher_Rundfunk" title="Mitteldeutscher Rundfunk">MDR</a>, 3. Juni 2021.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Hartmut Schiedermair: <i>Der völkerrechtliche Status Berlins nach dem Viermächte-Abkommen vom 3. September 1971.</i> Beiträge zum ausländischen öffentlichen Recht und Völkerrecht, 1975, S. 72 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Art. 3, 3. Spiegelstrich des <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.documentarchiv.de/brd/1970/moskauer-vertrag.html"><i>Vertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken „Moskauer Vertrag“</i></a> vom 12. August 1970. documentArchiv.de, abgerufen am 18. August 2021.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">„Unsere Regierungen sind der Auffassung, dass die Bestimmungen des (Transit-)Abkommens mit dem Viermächte-Abkommen vom 3. September 1971 in Einklang stehen, welches den Maßstab für seine Auslegung und Anwendung darstellt.“ vgl. <a href="Hartmut_Schiedermair" title="Hartmut Schiedermair">Hartmut Schiedermair</a>: <i>Das Verbot des Rechtsmissbrauchs und die Regelung des Transitverkehrs nach Berlin.</i> ZaöRV 1978, S. 160, 171. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.zaoerv.de/38_1978/38_1978_1_2_a_160_181.pdf">Volltext online.</a></span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://research.wolterskluwer-online.de/document/d411cf3b-2c16-43a5-821c-81094f319387">BGH, Urteil vom 29. September 1977 - III ZR 164/75</a></span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://research.wolterskluwer-online.de/document/5a5273d5-5064-424a-963f-cc01f92140b9">BGH, Urteil vom 21. Februar 1989 - III ZR 185/77</a></span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Hans H. Mahnke (Hrsg.): <i>Dokumente zur Berlin-Frage 1967–1986.</i> München, 1987, S. 483 ff. (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=Ut-dCgAAQBAJ&amp;pg=PA483&amp;lpg=PA483&amp;dq=BGH-Urteil+v.+21.2.1980&amp;source=bl&amp;ots=uZ7hlYA68H&amp;sig=ACfU3U0hbsUgGP3P6f1Kc9f2LLxpYvAEcA&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwje4f6f2rfyAhU6hf0HHU3bAkAQ6AF6BAgQEAM#v=onepage&amp;q=BGH-Urteil%20v.%2021.2.1980&amp;f=false"><i>google.books.</i></a>)</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Detlef_Nakath" title="Detlef Nakath">Detlef Nakath</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.nd-aktuell.de/artikel/639517.durchgehender-autobus.html"><i>Politik: Vor 25 Jahren wurde das deutsch-deutsche Transitabkommen unterzeichnet. Durchgehender Autobus</i></a> <a href="Neues_Deutschland" class="mw-redirect" title="Neues Deutschland">Neues Deutschland</a>, 14. Dezember 1996.</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">vgl. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://dserver.bundestag.de/btd/07/004/0700420.pdf"><i>Die Entwicklung der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik</i></a> Unterrichtung durch die Bundesregierung. BT-Drs. 7/420 vom 28. März 1973, <i>Reiseverkehr/Der Verkehr von und nach Berlin (West)</i>, S. 30, 32 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Bekanntmachung über das Inkrafttreten der Vereinbarung zwischen der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik und dem Senat über Erleichterungen und Verbesserungen des Reise- und Besuchsverkehrs</i> vom 3. Juni 1972, (Vereinbarung vom 20. Dezember 1971). Im <i><a href="Gesetzblatt_der_Deutschen_Demokratischen_Republik" title="Gesetzblatt der Deutschen Demokratischen Republik">Gesetzblatt der DDR</a></i>, Teil II Nr. 31 vom 3. Juni 1972, S. 357f., <a rel="nofollow" class="external text" href="https://ddrgbl.mkrst.net/data/DDR-GBl%201972%20II.pdf">Digitalisat</a>.</span>
</li>
</ol></div></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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